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Manuelle Lymphdrainage


Die manuelle Lymphdrainage ist bei jeglicher Art von Schwellungen die Therapie der Wahl. Besonders aber bei den drei Hauptgebieten dem primären-, dem sekundären Lymphödem sowie dem Lipödem. Neben den Arterien und Venen besitzen wir ein drittes Gefäßsystem, das Lymphgefäßsystem. Die Lymphbahnen beginnen blind im Zwischenzellraum und enden im rechten und linken oberen Venenwinkel. Dieses Lymphgefäßsystem übernimmt etwa 2% Gewebsflüssigkeit die beim Sauerstoff und Nährstoffaustausch im Gewebe zurückbleiben.Unser Lymphgefäßsystem ist aber fähig etwa das zehnfache der normalen Last zu bewältigen. Wird dieses System gestört, z.B. durch einen venösen Rückstau, kommt es in unserem Körper zu Schwellungen durch Bluteiweisseinlagerungen, welche mit der manuellen Lymphdrainage behandelt werden können.

Worin unterscheiden sich diese drei Formen?

Das primäre Lymphödem beruht auf einem, schon von Geburt an, zu schwach ausgelegten lymphatischen Gefäßsystem. Die Schwäche kann sowohl im lymphatischen Gefäßsystem selbst wie auch im Bereich der Lymphknoten sein. Auffällig wird das primäre Lymphödem vor allem durch geschwollene Knöchel nach langem Stehen oder Sitzen. Es können auch die Hände nach der Arbeit oder der Bettruhe betroffen sein.Das heißt die "Pumpleistung des Lymphgefäßsystems ist zu schwach um die Flüssigkeitsmenge zu verarbeiten. Diese Ödemform kann durchaus auch elefantiastische Ausmaße annehmen.

Das sekundäre Lymphödem resultiert aus einer chronisch venösen Insuffizienz ( einem Rückstau aus der venösen Seite unseres Gefäßsystems), oder aus einer Verletzung des Lymphgefäßsystems z.B. nach einer Operation, der ein Krebsgeschwür vorausgegangen ist. Hierbei werden häufig die regionalen Lymphknoten entfernt. Diese Ödemform tritt in der Regel schneller auf und beginnt im Bereich des Körperstamms.

Das Lipödem ist eine Sonderform des Ödem und betrifft ausschließlich Frauen. Beim Lipödem bildet sich verstärkt Fettgewebe im Bereich des Gesäßes und der Oberschenkel. In seltenen Fällen sind auch die Oberarme betroffen. Man nennt diese Form des Ödem im Volksmund auch "Reiterhosenspeck". Die Behandlung dieser Ödemform ist sehr langwierig und zeitaufwendig.

Wie wird ein Ödem behandelt?                                                                                              

Durch weiche zum Herzen hingehende Massagegriffe, die keine Mehrdurchblutung verursachen kann das Ödem dräniert werden. Wichtig und unverzichtbar ist die anschließende Kompressionsbehandlung im Bereich der Arme und Beine. Die Lymphdrainage ist in ihrer Behandlung abhängig von der Kompressionstherapie in deren Kombination sie sehr gute Behandlungsergebnisse aufweisen kann.

Natürlich läßt sich die manuelle Lymphdrainage auch bei anderen Erkrankungen anwenden, wie zum Beispiel: Migräne, Menstruationsbeschwerden, Schwellungen nach Verletzungen, Schleudertrauma, Morbus Meniere, chronisch venöse Insuffizienz

Kompressionstherapie

Worauf kommt es bei der Kompressionstherapie an?

1. Auf eine technisch richtige Anlage; damit der Zweck also die Kompression auch erreicht wird.

2. Auf eine funktionelle Anlage; damit sich der Patient auch damit bewegen kann.

3. Auf eine fachgerechte Anlage; damit der Verband nicht rutscht, aber auch nicht abschnürt.

Der Grad zwischen richtig und falsch ist sehr schmal. Deshalb sollte der Verband sowohl vom Anleger selbst wie aber auch vom Träger überprüft werden.

Worauf muß man dabei achten ?                                                             

=> Ein Kompressionsverband sollte vom Fuß zum Oberschenkel bzw. von der Hand zum Oberarm hin eine abnehmende Kompression aufweisen.

=> Die Unterpolsterung sollte ganzflächig ausgeführt werden und zwar so, daß keine Faltenbildung entsteht.

=> Eine Unterpolsterung ist nur in Verbindung mit einem Lymphödem notwendig.

=> Wunden wie z.B. Ulcera sind vorher steril zu verbinden.

=> Die Hautpflege muß Bestandteil des Kompressionsverbandes sein denn Merke!! auch kleinste Verletzungen können schwerste Folgen haben.

=> Der Patient sollte sich bewegen vor allem auch in der Kompression  z.B.: Gehen, Gymnastik, Ergometer

damit die wieder in Funktion gebrachte Muskelpumpe auch das Blut und die Lymphe abtransportieren kann.

=> Ein Kompressionsverband kann 24 Stunden am Patienten verbleiben.

Warum führt man einen Kompressionsverband aus?

1. Venöse Problematik 

Bei der venösen Insuffizienz schließen die Venenklappen nicht richtig oder es kommt zu einem Rückstau vom Herzen. Dadurch versackt das venöse Blut in den Venen. Durch die Kompression werden die Venen von außen gedrückt und zwar flächig. Somit funktioniert die Muskel- Venenpumpe wieder. Geht die venöse Insuffizienz mit einem Lymphödem einher, sollte das Körperteil mit Lymphdrainage behandelt werden und dann auch ganzflächig gepolstert werden.

2. Lymphatische Problematik

Bei dem Lymphödem bleibt die angefallene Lymphe im Gewebe liegen. die Schwellung ist auch deutlich zu sehen. Durch eine flächige Kompression, die noch vor dem Aufstehen angelegt bzw. erneuert werden sollte wird verhindert, daß noch mehr Lymphe versackt. Durch den Kompressionsverband wird die Lymphe bis in die Leistenlymphknoten transportiert.

Behandung von offende Wunden (Ulcus Cruris)